Die Bedeutung der Saubloter

Grundlage für die Entstehung der Saubloter war die erhöhte Schlachttätigkeit vor dem Aschermittwoch (Beginn der Fastenzeit), durch die sich jeweils größere Mengen an Schweinblasen ansammelten.

 

Was die bedeutungsgeschichtliche Bewertung der fastnächtlichen Saubloter betrifft, so mangelt es auch hier wiederum nicht an mythologischen Spekulationen, ihr insbesondere wegen des Schlagens nach den Frauen einen fruchtbarkeitskultischen Hintergrund zu unterschieben. Verfolgt man das Schweinsblasen-Motiv jedoch in gesicherten Zeugnissen der bildenden Kunst und der populären Druckgraphik zurück, so ergeben sich ganz andere Gesichtspunkte.

 

Um die Mitte des 16. Jahrhunderts tauchen nämlich in Sinnspruchsammlungen wiederholt Holzschnitte auf, die Kinder beim Spiel mit einer Schweinsblase zeigen und deren gereimte Kommentare auf die Vergänglichkeit irdischen Ruhms hinweisen, weil dieser genauso schnell zerplatzen könne wie die Blase. Exakt aus derselben Zeit stammen auch die ersten Darstellungen von kindlichen Narren mit Schweinsblasen.

 

Aufgrund beider Parallelen sind sie sich jedoch zweifelsfrei in der Tradition des klassischen Sinnbildes der Eitelkeit einzureihen, was nicht zuletzt durch die Tatsache erhärtet wird, dass Vergänglichkeitssymbole wie die Seifenblase und die gläserne Kugel, der Schweinsblase also durchaus nahe stehende Phänomene, schon früher mit der Gestalt des Narren kombiniert wurden, die bekanntlich ohnedies in einer engen Beziehung zum Tod stand.