Die Schneller sind eine Gruppe, in der es bisher nur männliche Mitglieder gibt. Es dürfte die älteste Gruppe der Zunft sein, denn bereits Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Schneller mit ihren Karbatschen während der Fasnet tätig.
Das Schnellen selbst kommt aus Österreich. Im reichsstädtischen Pfullendorf fanden neben Frauenmärkten auch Kindermärkte statt. Dabei wurden Kinder aus Österreich und vor allem aus Tirol an den Meistbietenden verkauft. Und diese Kinder brachten dann das Schnellen nach Pfullendorf.
Der Schneller ist als Fuhrmann aus dem 19. Jahrhundert gekleidet. Er trägt den blauen Fuhrmannskittel, wie er auch heute noch viel in Südtirol getragen wird, eine Reithose und Schaftstiefel. Auf dem Haupt trägt er eine schwarze Zipfelmütze.
Sein Handwerkszeug ist die zwischen 2.80 und 4 Meter lange Karpatsche. Dies ist eine aus Hanfseilen kunstvoll geflochtene Peitsche, die bis Januar 1998 von dem Pfullendorfer Sailermeister Paul Waldschütz hergestellt wurde. Nachdem dieser verstarb, erhalten die Pfullendorfer nun ihre Karpatschen aus Stockach. Mit dieser kann der Schneller gekonnt umgehen und entwickelt dabei ein lautstarkes Knallen.
Traditionsgemäß wird am 6. Januar – an Heilige Drei Könige - die Fasnet durch die Schnellergilde eingeschnellt. Dies geschieht mit dem letzten Schlag der Kirchturmuhr um 12 Uhr.
Am Schmotzigen Dunschdig beginnen die Schneller um 5 Uhr morgens mit dem Wecken der Bevölkerung, damit auch niemand den Hochtag der Narren versäumt.
In den Wochen zwischen dem 6. Januar und der Fasnet selbst werden Kinder, Jugendliche und Neubürger durch erfahrene Schneller mit dem Gebrauch der Karpatsche geschult.
Seit 1926 wird am Fasnetdienstig ein Preisschnellen auf dem Pfullendorfer Marktplatz durchgeführt, an dem nicht nur die Mitglieder der Schneller, sondern alle anderen auch teilnehmen können.
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